Wie motiviere ich mein Kind für Mathe, wenn ich Mathe selber nicht so mag?

Blättern Sie zufällig Ihr altes Freundebuch durch, werden Sie feststellen, dass viele Ihrer Schulfreunde als Lieblingsfach Mathe angegeben haben. Sogar erstaunlich viele Freunde taten dies. Mathe ist logisch, folgt genauen Regeln und ist nicht wie die Fremdsprachen von lauter Ausnahmen durchzogen. Mathe fasziniert, inspiriert und fesselt.

Oder löst der Begriff Mathematik bei Ihnen feuchte Hände und einen leicht erhöhten Puls aus? Jetzt sind Sie in der Situation, dass Ihr Kind den Matheunterricht besucht und mit Aufgaben nach Hause kommt. Mit unseren Tipps geben wir Ihnen ein Stück gutes Mathegefühl und Selbstvertrauen zurück.

Guter Matheunterricht unterstützt das kindliche Interesse an Zahlen und fördert es entsprechend. Darauf können Sie als Eltern schon einmal vertrauen. Matheunterricht passiert heute mit neuesten Lehrmitteln, die auf aktuellen Forschungen basieren und die Kinder optimal und altersentsprechend abholen und fördern. Guter Matheunterricht spielt sich im Alltag der Kinder ab und ermöglicht es den Kindern darum einen realen Bezug dazu herzustellen. Wird Mathe beGREIFbar – werden die Hohlmasse mit Flüssigkeiten und verschiedensten Gefässen geübt, Brüche mit Kuchen schneiden eingeführt und Längen zu Fuss oder mit dem Velo abgefahren – kommt Action in die Materie und macht vor allem Spass. Lehrpersonen bemühen sich sehr darum, bei den Kinder das Matheinteresse, sofern es noch nicht von alleine erwacht ist, wach zu kitzeln. Gelingt es der Lehrperson vielleicht nicht in jedem Mathebereich, bei allen Kindern in gleichem Masse das Interesse zu wecken, ist dies kein Grund zur Verzweiflung, sondern durchaus normal.

Eine Diskussion unter Lehrpersonen unterschiedlicher Schulstufen, unterschiedlichen Alters und aus verschiedenen Kantonen zeigte, dass die Einstellung, mit der man an die Mathematik ran geht, bedeutend über das Gelingen und die langfristige Mathemotivation mitentscheidet. Dabei ist es wichtig, dass Eltern ihre Kinder positiv unterstützen. Es ist durchaus möglich, dass Sie als Eltern während Ihrer Schulzeit mit Mathematik nicht nur positive Erfahrungen gemacht haben und das Schulfach vielleicht nicht mochten. Wenn Sie sich dessen bewusst sind, unterstützen Sie Ihr Kind am besten damit, wenn Sie Ihre persönlichen Erfahrungen nicht auf Ihr Kind projizieren. Am besten erklären Sie ihm, dass Sie vielleicht auch nicht den gesamten Matheunterricht gleich gut mochten, gewisse Dinge aber doch sehr cool und nützlich fanden. Eine grundsätzlich positive Einstellung zur Mathe gegenüber Ihrem Kind, wird es am besten unterstützen. Es ist doch toll, wenn man z. B. mit Kopfrechnen kurz überprüfen kann, ob ein vorgeschlagener Rabatt für ein neues Skateboard in etwa stimmt, oder ob man beim Handel übers Ohr gehauen wird. Es ist doch ein schönes Gefühl, wenn man mit guten Rechenfähigkeiten jemanden beeindrucken kann.

Wenn ein Kind besondere Schwierigkeiten mit Mathe zeigt, ist es umso wichtiger, die Lernmotivation und das Interesse fürs Fach aufrechtzuerhalten. Der Verlust der Lernlust kann hier sogar zu einer Mathe-Angst führen, welche das ganze Lernen blockieren kann.

Entdecken Sie gemeinsam die Mathe im Alltag, wie im Blog “6 Tipps, die Mathe zu Spass werden lassen” beschrieben. Lassen Sie sich von der scheinbar drohenden Mathematik weder erdrücken, noch den gesamten Alltag diktieren. Geraten die Hausaufgaben in Mathe ausser Kontrolle, vielleicht aufgrund einer vorliegenden Dyskalkulie, und erleben Sie demzufolge einen zu starken Druck auf Ihr Kind, suchen Sie das Gespräch mit der Lehrperson und besprechen Sie gemeinsam, welcher weitere Weg der Sinnvollste ist. Vielleicht muss Ihr Kind einfach durch eine Erklärung mehr einen Knopf lösen. Oder braucht es besondere, zusätzliche Unterstützung? Muss es schlicht mehr Selbstvertrauen aufbauen? Muss die Hausaufgabenzeit oder -menge definiert werden? Sie werden sehen, plötzlich öffnen sich ungeahnte Wege, die dem unangenehm behafteten Mathegefühl den Wind aus den Segeln nehmen.

Der erste Schritt Richtung tolles Mathegefühl ist ganz einfach: Loben Sie Ihr Kind schlicht ganz ehrlich auch für kleine Fortschritte in Mathe. Vielleicht finden Sie ja gar ab und zu eine Belohnung sinnvoll. Nur zu!