Warum leidet mein Kind unter Dyskalkulie?

Ihr Kind ist mit seinen Stärken und Schwächen einzigartig und unverwechselbar. So wenig wie sich ein Kind mit dem anderen vergleichen lässt, so wenig lässt sich eine einzige Ursache finden, welche zu einer Rechenschwäche führt. Rechnen ist ein sehr komplexer Vorgang, der vom Kind mit Selbstvertrauen, Mut und auch einer gewissen Risikobereitschaft angegangen werden muss. Wenn das Kind durch immer wiederkehrende Misserfolge zusehends das Vertrauen in sein Denken und Handeln verliert, öffnet sich eine Negativspirale, welche zu Lernstörungen führen kann. Das Kind verliert sein Vertrauen, leidet unter Angst und psychischen Problemen. Dies belastet seinen Alltag stark. Nachhilfestunden mit ständiger Repetition von Aufgaben, welche nicht gelöst werden können, da die Ursachen der Probleme nicht bekannt sind, verstärken diesen Teufelskreis.  Deshalb ist es von Bedeutung,  mögliche Ursachen einer Rechenstörung zu kennen. Erst dann kann man mit sinnvollen Lernprogrammen, die diese möglichen Ursachen berücksichtigen, der Dyskalkulie erfolgreich und nachhaltig den Kampf ansagen.

Jedes Kind entwickelt sich in seinem eigenen Tempo, beeinflusst von zahlreichen Faktoren. Folgende Faktoren erschweren die optimale Entwicklung oder können im Zusammenspiel zu einer Dysklakulie führen:

Mögliche Neuropsychologische Faktoren (oft genetisch bedingt):

  • räumliche Orientierungsschwierigkeiten
  • Störung der visuellen Wahrnehmung
  • Störung der akustischen Wahrnehmung
  • Störungen der taktilen Wahrnehmung
  • Speicherschwierigkeiten im Kurz- und/oder Langzeitgedächtnis
  • Schwierigkeiten in der Sprachlichen Verarbeitung
  • Fehlende Vorstellung eines inneren Zahlenstrahls
  • Feinmotorische Koordinationsstörungen
  • AD(H)S

Mögliche Schulische Faktoren:

  • Häufiger Lehrerwechsel und Wechsel des Unterrichtsstils
  • Drillrechnen ohne Aufbau von Zahlverständnis
  • Vorschreiben von Denkwegen, welche nicht selber nachvollziehbar sind
  • verfrühte Behandlung abstrakter Darstellungen
  • zu wenig Zeit und Gelegenheit zu handelndem Umgang mit Mathematik
  • zu frühes blindes Automatisieren
  • Vorkenntnislücken
  • Mengenmässiger Aufbau von Zahlen ist unklar

Mögliche soziale Faktoren:

  • Beziehungsprobleme (Eltern-Kind, Kind-Lehrperson)
  • Psychische Belastungen in der Familie
  • Sprachliche Schwierigkeiten
  • Zu wenig Alltagserfahrungen
  • Mangelnde Leistungsmotivation