Unsere Tipps: Was Ihr Kind beim Übertritt in die Primarschule können muss

Der Übergang vom Kindergarten in die Primarschule ist für Ihr Kind sowie für Sie als Eltern ein grosser Schritt. Wie gut dieser Start gelingt, kann die kommenden Schuljahre prägen und ist mitentscheidend, wie sich die Freude am Lernen und das Vertrauen in die eigene Fähigkeiten Ihres Kindes entwickelt. Entscheiden Sie deshalb mit der nötigen Ruhe und im Gespräch mit Personen, die Ihr Kind schon lange kennen (z. B. mit der Kindergartenlehrperson). Doch welche Faktoren sind für den Übertritt in die Primarschule entscheidend?

Das Alter Ihres Kindes ist eine erste Vorgabe. Wichtiger ist jedoch, die Gesamtsituation jedes einzelnen Kindes zu betrachten. Erfüllt Ihr Kind die Grundkompetenzen des Kindergartenlehrplanes und ist die Gesamtentwicklung stimmig, ist der Übergang in die Primarschule in der Regel ein stillschweigender Entscheid. Ist der Übertrittsentscheid nicht eindeutig, gilt das Konsensverfahren, wo Lehrpersonen mit den Eltern gemeinsam für das Kind entscheiden.

Im Kindergarten wird bewusst nicht nach Fächern unterrichtet. Im Spiel und mit den verschiedensten Aktivitäten im Kindergartenalltag lernt Ihr Kind die im Kindergartenlehrplan aufgeführten Kompetenzen. Diese für den Übertritt entscheidenden Faktoren sind fächerübergreifend. Das Kind lernt sie selbstmotiviert oder die Lernfelder werden von der Lehrperson angeboten. Dabei nimmt das Kind dies oft gar nicht als spezifisches Lernen wahr. Sie müssen also zuhause weder Mathematik büffeln, noch Buchstaben schreiben, Lesen lernen oder die hochdeutsche Sprache trainieren.

Diese Auszüge aus dem Lehrplan des Kindergartens des Kantons Zürich helfen Ihnen, Ihr Kind für den Schuleintritt richtig einzuschätzen:

Sprache und Kommunikation:

  • Das Kind kann sich in wiederkehrenden Gesprächssituationen im Alltag (z. B. Begrüssung und Verabschiedung, Einhalten von Gesprächsregeln im Kindergartenkreis,…) angemessen verhalten.  
  • Es versteht Anweisungen und Fragen und kann darauf adäquat reagieren.
  • Das Kind hat einen seiner Lebenswelt entsprechenden Wortschatz und spricht gut und verständlich.
  • Es kann seinen Namen erkennen und selber schreiben.

Natur, Technik und Werkzeuge:

  • Das Kind erkennt Naturveränderungen während den Jahreszeiten und kann diese beschreiben.
  • Es interessiert sich für seine Umwelt und stellt Fragen, um diese besser zu verstehen.
  • Es kann einfache Alltagsgegenstände wie die Schere korrekt einsetzen.
  • Ihr Kind kann basteln, leimen, reissen und schneiden.

Mathematische Erfahrungen:

  • Ihr Kind kann bis auf 20 zählen.
  • Es kann einfache Muster erkennen, wiederholen und vergleichen.
  • Das Kind kennt sein Alter und Zeitabschnitte wie gestern, heute und morgen.
  • Es kann Eigenschaften wie Formen, Farben und Konsistenzen erkennen und unterscheiden.

Identität, Sozialverhalten, Werte und Normen:

  • Das Kind kann sich längere Zeit auf etwas konzentrieren.
  • Es kann mit Erfolg und Misserfolg umgehen.
  • Seinen Kindergartenweg kann es sicher und selbstständig bewältigen.
  • Ihr Kind kann zu Personen eine Beziehung aufbauen, ihnen helfen, sich in eine Gruppe einfügen und auch mal warten.
  • Es kann die Regeln des Zusammenlebens einhalten und Konflikte konstruktiv lösen.
  • Es pflegt mit Menschen, Pflanzen, Tieren und Materialien einen sorgsamen Umgang.

Grobmotorik, Feinmotorik und Gesundheit:

  • Das Kind kann Bewegungen übernehmen und ausführen. Es kann kriechen, stampfen, hüpfen, klettern, balancieren, rollen,…
  • Ihr Kind kann einen Ball fangen und diesen prellen.
  • Es kann mit Schreibmaterial gezielt umgehen.
  • Es kennt die wichtigsten Hygieneregeln und kann sich selbstständig an- und ausziehen.

Eine wichtige Frage ist nicht zuletzt:

  • Möchte Ihr Kind von sich aus in die Schule gehen?

Diese Zusammenfassung der aufgeführten Kompetenzen ist, wie bereits erwähnt, nicht der einzige Entscheidungsfaktor. Ihr Kind wird ganzheitlich und in seiner gesamten Entwicklung beurteilt. Es muss also nicht zwangsläufig jede aufgeführte Kompetenz abgehakt werden können, dafür spielen zu viele Faktoren mit. Umgekehrt können alle Grundkompetenzen erfüllt sein, trotzdem wird aufgrund des Entwicklungsstandes gegen einen Übertritt entschieden, um Ihrem Kind mehr Zeit für einen guten Schulstart zu geben. Als Überblick dient die Liste aber allemal.

Ist es Ihnen wichtig, mit Ihrem Kind trotzdem spielerisch zu üben, dann können Sie zuhause auf vielfältige Art und Weise Finger, Zehen, Legos, Teller, Löffel, Farbstifte, Steine, Perlen,… zählen, sortieren und bündeln. Oder sie sensibilisieren Ihr Kind auf Laute. Fördern Sie Ihr Kind mit dem Spiel: “Nenne mir alle Gegenstände mit A wie Ameise, die dir in den Sinn kommen”. Oder lassen Sie Ihr Kind herausfinden, wo der Laut O im Wort Auto vorkommt – am Anfang, in der Mitte oder am Schluss. Vielleicht zeigt Ihr Kind aber in einem ganz anderen Bereich Interesse. Fördern Sie Ihr Kind dort, wo es Interesse zeigt und einem guten Übergang vom Kindergarten in die Primarschule steht nichts im Weg.