So gehen Sie mit Misserfolg in der Schule um

Kinder müssen erst lernen, dass nicht jede schlechte Note gleich heisst, dass sie nicht intelligent sind oder sich ihre Zukunft verbaut haben. Damit die Motivation für die Schule und das Lernen nicht in Gefahr geraten, haben wir hier ein paar Tipps für Eltern zusammengefasst.

Aus Misserfolgen lernt man

Ihr Kind muss lernen, dass Scheitern im Leben dazugehört. Wer mal eine schlechte Note nach Hause bringt, ist schlussendlich besser auf das Leben vorbereitet, als solche, die sich noch nie mit den eigenen Schwächen auseinandersetzen mussten. Vereinzelte schlechte Noten sollten also nicht zum Drama gemacht werden. Meist ist das Selbstvertrauen der Kinder sowieso schon geschwächt. Allzu enttäuschte Eltern wirken sich da nur kontraproduktiv auf die nächste Prüfung aus, weil die Versagensängste noch mehr wachsen und das Scheitern dadurch nur wahrscheinlicher wird.

Mögliche Ursachen

Schlechte Noten kommen vor. Eltern müssen also nicht sofort an eine Lernschwäche oder Aufmerksamkeitsdefizit denken. In den meisten Fällen hat das Kind wohl einfach zu wenig gelernt. Es kann aber auch sein, dass das Kind Probleme mit der Lehrperson hat, sich mit den Mitschülern gestritten hat oder es andere Probleme belasten. Suchen Sie daher das Gespräch um möglicherweise sogar einfach zu lösende Probleme aus der Welt zu schaffen.

Motivationsprobleme

Wenn Sie merken, dass Misserfolge von zu wenig Vorbereitung und fehlender Motivation zu lernen herrühren, sind Sie als Eltern gefragt, unterstützend wieder zum Spass an der Schule zu verhelfen.

  • Ferien in Frankreich zum Beispiel geben vielleicht einen neuen Motivationsschub sich der französischen Sprache wieder intensiver zu widmen, selbst wenn man dort bisher schwächelt. Ein Besuch im Zoo bringt für die nächste Bioprüfung anschauliche Vorbereitung.
  • Primarschulkinder lassen sich recht einfach zum Lernen motivieren, selbst in Fächern in denen sie Schwierigkeiten haben. Eine halbe Stunde Lernen kann zum Beispiel mit einem Sticker belohnt werden und bei 10 Stickern gibt es eine angemessene, aber erstrebenswerte Belohnung, wie zum Beispiel ein gemeinsamer Ausflug.
  • Teenagern motiviert man erfolgreich, indem sie sich ein Ziel setzen und man den praktischen Nutzen für die Berufswahl aufzeigt. Lassen Sie Ihren Teenager ein Praktikum machen oder raten Sie zum Besuch des Berufsinformationszentrum. Hat man die Zukunft konkreter vor Augen und braucht man für den Wunschberuf gute Noten, führt das häufig zu einem vertieften Lerninteresse, mindestens in den berufsrelevanten Fächern. Vielleicht gehen Sie auch gemeinsam hin, verbunden mit einem kleinen Bummel und einem Abstecher ins nahegelegen Café.

Bleiben allerdings alle Bemühungen umsonst und die schlechten Leistungen dauern an, ist es ratsam das Gespräch mit dem Lehrer und/oder Schulpsychologischen Dienst zu suchen, um der Ursache mit fachmännischer Unterstützung auf den Grund zu gehen.