Einfacher Schreiben lernen mit der neuen Deutschschweizer Basisschrift!

Jedes Kind durchlebt es: Kaum hat die obligatorische Schulzeit begonnen, bringt es stolz die ersten Wörtchen in der krakeligen Steinschrift (“FÜR MAMA, FÜR PAPA”) nachhause. Wenn es dann endlich alle 26 Buchstaben in gross und klein beherrscht, steht auch schon die Schnüerlischrift (verbundene Schrift) mit ihren oftmals anderen Formen, vielen Bogen und Verbindungen an. Spätestens ab der Oberstufe hat die individuelle Handschrift aber nur noch teilweise mit der mühsam erlernten Schnüerlischrift zu tun.

Dieser Umweg über die Schnüerlischrift zur persönlichen Handschrift fällt zukünftig für die Deutschschweizer Schüler weg. Im Kanton Zürich zum Beispiel wurde die Einführung der Basisschrift für das laufende Schuljahr 2016/2017 beschlossen – ist also brandaktuell.

Vorteile der Basisschrift

Für Kinder, die mit Schreib- und Rechtschreibschwierigkeiten kämpfen, ist diese Deutschschweizer Basisschrift wohl ein Segen, denn sie ist benutzerfreundlicher:

  • Die Schrift wird vereinfacht, indem die Buchstaben erst unverbunden gelernt werden und in einem weiteren Schritt nur noch dort wo nötig verbunden werden. Das Buchstabenbild bleibt dabei gleich. Unnatürliche Bewegungsabläufe und die vielen Richtungsänderungen fallen weg. Dies führt bei den Kindern zu weniger Verkrampfungen in der Schreibhaltung.
  • Insgesamt wird für den Schrifterwerb weniger Zeit benötigt. Dies nimmt Kindern mit Rechtschreibschwierigkeiten ein Stück Last ab, da sie sich nicht endlos mit dem erlernen der Buchstaben abkämpfen müssen, sondern sich eher mit dem Wesentlichen, dem Inhalt des Textes, auseinandersetzen können.
  • Wer mit der Neigung der Schrift kämpft, seien das Linkshänder oder Kinder, deren Motorik noch verfeinert werden muss, kann aufatmen. Eine Neigung wird zwar empfohlen, ein spezifischer Neigungswinkel ist aber nicht vorgegeben. Das Ziel ist es, in der eigenen Handschrift eine einheitliche, persönliche Schriftneigung zu entwickeln.
  • Optimal durchdacht für Kinder mit einer Rechtschreibschwäche ist zudem, dass ähnlich aussehende Buchstaben zukünftig unterschiedlich geschrieben werden und sich so besser einprägen und unterscheiden lassen. Der Bauch des kleinen “b’s” wird neu zum Beispiel von unten nach oben geschwungen, beim kleinen “d” hingegen wird der Bauch in umgekehrter Richtung von oben nach unten geschrieben.

Wir wünschen Ihrem Kind viel Vergnügen und nur wenige Stolpersteine auf dem Weg zur neuen persönlichen Handschrift.