Der​ ​Schulweg​:​ ​Lernen​ ​beginnt​ ​an​ ​der​ ​frischen​ ​Luft

Schulweg

Ihr Kind hat die ersten Tage und Wochen des neuen Schuljahres bereits hinter sich. Nahm es dabei erstmals seinen Schulweg in Angriff? Mit dem selbstständigen Bewältigen des Schulwegs macht das Kind einen weiteren Schritt in die Unabhängigkeit. Lesen Sie hier, was der Schulweg für Ihr Kind bedeutet. Tipps zum Üben helfen zudem, die Kinder mit gutem Gewissen losziehen zu lassen.

Zu​ ​Fuss​ ​zur​ ​Schule​ ​-​ ​Lernen​ ​und​ ​Freiheit​ ​zwischen​ ​Haustür​ ​und​ ​Schulhaus

Das Erlebnis “Schulweg” ist ein wichtiger Teil des Schulalltags. Unterwegs zur Schule werden die Kinder Entdecker, beobachten Tiere und Pflanzen am Wegesrand, erleben andere Menschen und deren Verhalten. Sie nehmen verschiedene Tages- und Jahreszeiten sowie unterschiedliche Witterungsverhältnisse war. Aus diesen Erfahrungen lernt ihr Kind auf seinem Weg ins Erwachsenenleben Essentielles auf ganz eigene Faust.

Ihr Kind knüpft Freundschaften. Unterwegs werden neue “Gspändli” kennen gelernt, Erlebnisse ausgetauscht, Geschichten erzählt, es wird gemeinsam gelacht oder das schwere Herz ausgeschüttet. Die Kinder sind fantasievoll: Sie machen Wettrennen, spielen Fangen, ect. Aber auch Konflikte werden ausgetragen oder sie bereiten sich gemeinsam auf den bevorstehenden Schultag vor. Wie Sie an den Gesprächen zuhause merken, ist der Schulweg manchmal fast wichtiger als die Schule selber…

Bewegung ist für die Gesundheit und Entwicklung Ihres Kindes besonders wichtig. Was eignet sich dafür besser als der Schulweg? Kinder haben auf dem Weg Zeit zu erwachen, zu marschieren, zu balancieren und zu rennen. Jedes Kind kann an der frischen Luft seinen Bewegungsdrang individuell ausleben. Der zu Fuss zurückgelegte Schulweg erhöht das Wohlbefinden, macht Ihr Kind ausgeglichener, leistungsfähiger und führt zu einer besseren Konzentration.

Der Schulweg ist zudem der einzige Moment, in welchem ihr Kind wirklich frei ist. Frei vom durchgetakteten Alltag und frei von der Obhut der Lehrperson oder der Eltern. Solche Situationen lassen das Kind Selbstvertrauen gewinnen und selbstständig werden. Es lernt unterwegs Situationen richtig einzuschätzen und entwickelt Vertrauen in die eigene Entscheidungs- und Handlungsfähigkeit. Ihr Kind eignet sich auf dem Schulweg schrittweise seine Verkehrskompetenz an – Übung macht den Meister.

So​ ​wird​ ​Ihr​ ​Kind​ ​zum​ ​Schulweg-Profi

Damit der Schulweg gut zurückgelegt werden kann, sind Eltern als gute Vorbilder wichtig. Üben gibt Ihrem Kind die nötige Sicherheit.

Die 10 wichtigsten Tipps:

  1. Wählen Sie nicht den kürzesten, sondern den sichersten Weg.
  2. Lernen Sie gemeinsam mit Ihrem Kind den Schulweg bereits vor dem ersten Schultag gut kennen – in beiden Richtungen.
  3. Nehmen Sie sich dafür viel Zeit und erklären Sie Ihrem Kind mögliche Gefahren.
  4. Halten Sie sich an die Regel, eine Strasse erst zu überqueren, wenn die Räder des herannahenden Autos still stehen. Kinder sind nicht in der Lage Geschwindigkeiten oder Bremswege einzuschätzen.
  5. Begleiten Sie Ihr Kind zu Schulbeginn auf dem Schulweg. Organisieren Sie sich dabei mit anderen Familien.
  6. Schicken Sie Ihr Kind rechtzeitig von zuhause los. Planen Sie genügend Zeit ein.
  7. Lassen Sie die Kinder in Gruppen zur Schule marschieren.
  8. Kleiden Sie Ihr Kind für andere Verkehrsteilnehmer gut sichtbar: Helle Kleidungsstücke, ein Sicherheitsdreieck über der Jacke und ein Schulsack (und Kleidung) mit Reflektoren gehören dazu.
  9. Machen Sie Ihrem Kind klar, dass es nicht mit unbekannten, fremden Menschen mitgehen darf. Besprechen Sie, wie es sich in einer solchen Situation verhalten muss.
  10. Legen Sie “Sicherheitsinseln” fest, wo Ihr Kind unterwegs – falls es Hilfe benötigt –
    hingehen kann. Dies kann ein Haus, ein Laden o.ä. sein.

Ab der Mittelstufe kann Ihr Kind den Schulweg auch mit dem Fahrrad zurücklegen. Am besten geschieht dies, nachdem es in der Schule die Radfahrausbildung absolviert hat (ca. mit 10 Jahren).

Zumutbarkeit​ ​des​ ​Schulweges

Schulwege bis 30 Minuten, die bis max. viermal pro Tag zurückgelegt werden, gelten als zumutbar. Dabei kommt es aber auch auf die Art/Beschaffenheit und die Gefährlichkeit des Weges an. Die Persönlichkeit des Kindes spielt nicht zuletzt ebenfalls eine entscheidende Rolle, ob ein Schulweg alleine bewältigt werden kann. In der Mehrheit der Situationen ist der Schulweg zumutbar. Deshalb ist Verkehrserziehung – vermittelt durch die Eltern und die Schule – äusserst wichtig.

Dybuster wünscht Ihnen und Ihrem Kind unvergessliche Erlebnisse unterwegs und einen guten und sicheren Start ins neue Schuljahr 2017/2018!

Quellen, Informationen und Rechtliches:
https://fussverkehr.ch/wordpress/wp-content/uploads/2015/07/FB_2014_06_Zumutbarkeit_Schulweg_de_neues_Design.pdf
http://www.schulwege.ch/
http://www.bfu.ch/de/ratgeber/ratgeber-unfallverh%C3%BCtung/strassenverkehr/fussg%C3%A4nger/schulwege/schulwege