Achtung, fertig, los! Fit für den Schulstart

In vielen Schweizer Gemeinden sind wir noch mittendrin, vereinzelt neigen sich die Sommerferien aber langsam dem Ende zu.

Die abenteuerreichen Tage mit Freunden, die langen Sommerabende im Freien und das genüssliche Ausschlafen am nächsten Morgen haben die letzten Wochen besonders toll gemacht. Damit auch einem gelungenen Wiedereinstieg in den Schulalltag nichts im Weg steht, haben wir einige Tipps für Sie bereit.

 

Organisation ist alles

Bleistifte gespitzt, Farbstifte sortiert, Lineal und Geodreieck liegen bereit, der erste Schultag nach den Sommerferien kann kommen. Einiges wird wieder wie gewohnt sein, anderes vielleicht nicht. Ein neues Klassenzimmer, andere Schulbücher, möglicherweise noch unbekannte Gesichter in oder vor der Klasse – ein neues Schuljahr bringt auch einige Veränderungen mit sich. Unterstützen Sie Ihren Sprössling am besten damit, dass die organisatorischen Rahmenbedingungen neben der Schule in möglichst geordneten Bahnen verlaufen. Sorgen Sie dafür, dass das nötige Schulmaterial vorhanden ist, klären Sie ab wann Musikstunden oder Trainings stattfinden, hängen Sie den neuen Stundenplan gut sichtbar zuhause auf – kurzum: sorgen Sie für eine geordnete Entschleunigung des Alltags. So kann sich Ihr Kind voll und ganz auf die neue Schulsituation konzentrieren und einen Glanzstart nach den Sommerferien hinlegen.

 

Wenn die Augenlider schwer werden

Doch alle perfekten Rahmenbedingungen haben kaum eine Wirkung, wenn Ihr Sohn oder Ihre Tochter morgens kaum aus den Federn kommt, sich nur schwer in die Schule schleppen und dort kaum die Augen offenhalten kann. Laut Studien benötigen Primarschulkinder und heranwachsende Teenager pro Nacht im Optimalfall 8.5 bis 9.25 Stunden Schlaf. Erreicht wird das in der Praxis nur knapp in einem Drittel der Fälle. Dies hängt damit zusammen, dass viele Kinder nach der Schule ein gedrängtes Programm an Freizeitaktivitäten oder familiären Verpflichtungen vor sich haben, sie lernen oder machen Hausaufgaben bis spät abends, sie wollen sich mit Gleichaltrigen treffen, brauchen Zeit für sich um Musik zu hören oder etwas zu spielen, sie verbringen Zeit am Smartphone statt zu schlafen (häufig ohne Wissen der Eltern) oder in der Familie ist die Wichtigkeit eines ausgiebigen Schlafs einfach nicht bekannt.

Einige Schulen haben den morgendlichen Schulstart unter Rücksichtnahme auf die Kinder etwas nach hinten verschoben. Teilweise wird komplett auf Hausaufgaben verzichtet, um die Lernenden nach der Schule nicht noch zusätzlich zu belasten. Dies sind gute Ansätze, welche aber nicht an jeder Schule so praktiziert werden. Wenn dem so ist, sollten Sie als Eltern aktiv werden und Ihrem Kind dabei helfen, das optimale Schlaf-Soll zu erreichen. Besonders nach langen Ferien in denen die Schlafenszeit eher locker gehandhabt wird, kann diese Umstellung etwas schwierig sein. Am besten Sie schicken Ihr Kind spätestens 9.5 Stunden bevor der Wecker klingelt ins Zimmer, ohne Smartphone. So hat es noch etwas Zeit vor dem Einschlafen und doch bleiben noch immer genügend Stunden Schlaf für einen energiegeladenen Tag.

In Bewegung bleiben

Auch wenn der Schulalltag viel Zeit in Anspruch nimmt, animieren Sie Ihr Kind dazu sich in seiner Freizeit zu bewegen. Nach der langen sitzenden Arbeit in der Schule ist das ein willkommener und gesunder Ausgleich, bietet dem Gehirn Erholung und gleicht das Erschöpfungs-Niveau zwischen Körper und Geist wieder etwas aus. So wird auch eine erholsame Nacht ohne Einschlafschwierigkeiten zur Selbstverständlichkeit, Sie werden sehen.
Mehr zum Thema Bewegung im Freien und welche positiven Effekte auf das Gehirn und die Leistung Ihres Kindes damit verbunden sind, finden Sie in unserem früheren Blog-Eintrag «Wunderwald».

 

Schule geht durch den Magen

Wenn der Magen knurrt macht gar nichts Spass – Schule schon gar nicht. Das unangenehme Leere-Gefühl lenkt vom eigentlich Wichtigen ab und die Konzentrationsfähigkeit wird stark vermindert. Es ist besonders für Heranwachsende eminent wichtig, sich ausgewogen zu ernähren und den Zuckerspiegel auf einem stetigen Level zu halten. Dabei hilft ein ballaststoffreiches Frühstück mit Vollkornbrot, Haferflocken, Quark oder Ei. Ballaststoffe sättigen langanhaltend und versorgen den Körper über mehrere Stunden mit der nötigen Energie. Als Pausensnack empfiehlt sich ein kleiner Gemüse-Dip, frisches Obst oder mal ein Brötchen, welches auch süsslich sein darf. Die Idee dahinter ist, dass Ihr Kind den Kohlenhydrat-Speicher auffüllen kann, welcher, insbesondere in Form von Zucker/Traubenzucker, schnelle aber nicht besonders langanhaltende Energie liefern kann. Somit ist das die perfekte Überbrückung bis zum Mittagessen. Wenn Ihr Kind am Frühstückstisch kaum einen Bissen herunterkriegt, dann versuchen Sie den kleinen Pausensnack mit dem ausgewogenen Frühstück zu tauschen.

Nicht ganz so einfach haben es Kinder mit AD(H)S oder Autismus. Neuste Studien haben gezeigt, dass die beiden Proteine Casein und Gluten für Sie einen negativen Einfluss auf die Leistungsfähigkeit und Konzentration haben können.
Von Gluten oder auch Klebereiweiss haben Sie höchstwahrscheinlich schon gehört, dabei handelt es sich um ein Stoffgemisch aus Proteinen, das im Samen vieler Arten von Getreide vorkommt, beispielsweise Weizen, Roggen, Gerste, Dinkel oder Couscous. Das heisst nicht, dass Ihr Kind auf seine Lieblingsspeisen komplett verzichten muss, versuchen Sie stattdessen eher, den Konsum zu reduzieren und vor der Schule so gut wie möglich zu vermeiden.
Casein auf der anderen Seite ist der Proteinanteil in der Milch, der zu Käse weiterverarbeitet wird und nicht in die Molke gelangt. Somit ist es vor allem Bestandteil von Weich- und Hartkäse, sowie Quark. Die möglichen negativen Auswirkungen von Casein auf Ihr Kind sind nicht mit einer Laktoseintoleranz oder -unverträglichkeit zu verwechseln. Diese ist auf eine Milchzuckerunverträglichkeit zurückzuführen und hat keinerlei Einfluss auf die Leistungs- oder Konzentrationsfähigkeit der Betroffenen.

Sollte Ihr Kind also von AD(H)S oder Autismus betroffen sein, versuchen Sie doch einmal, die Ernährung entsprechend anzupassen. Sie werden schnell bemerken, ob die Umstellung auch die gewünschte Wirkung mit sich bringt oder nicht.
Ein Versuch ist es allemal wert.

Dybuster Tipp:

Etappenziel Herbstferien
Nebst allen möglichen Tipps und Tricks für den Schulstart bleiben noch immer die anstehenden nächsten schulfreien Tage am Horizont. Egal, ob Ihr Kinder topmotiviert ist oder eher ungern die Schulbank drückt, die nächsten Ferien kommen mit jedem Tag näher. Nutzen Sie die Tatsache, dass bereits nach wenigen Wochen eine erneute Schulpause ansteht als Motivation für Ihr Kind.

Kreuzen Sie gemeinsam die noch ausstehenden Schultage auf dem Kalender ab, rechnen Sie zusammen aus, wie viele Schultage effektiv noch zu bewältigen sind wenn man Wochenenden und freie Nachmittage wegzählt oder finden Sie miteinander heraus, wie viele Lektionen des Lieblingsfachs noch übrig sind bis zu den Ferien. Dies alles relativiert den schwierig fassbaren Zeitraum bis zur nächsten stressfreien und wohlverdienten Oase im Schulalltag – den Herbstferien.