5 Tipps zur stressfreien Hausaufgabenerledigung, Teil 1

Wer kennt sie nicht, die Familienmomente, wo wegen Hausaufgaben die Nerven bei Eltern und Kindern blank liegen, Streit vorprogrammiert ist und man sich Hausaufgaben ins Pfefferland wünscht! Hausaufgaben gehören bis anhin fix zum Schweizer Schulalltag und es gibt so einige Tricks, wie man dabei ruhig Blut bewahren kann.

Hausaufgaben als Ritual planen

Kinder profitieren von  Ritualen. Darum ist es von Vorteil, auch Hausaufgaben als Ritual zu behandeln. Am besten ist es, wenn die Hausaufgaben täglich zur gleichen Zeit gelöst werden. Der wöchentliche Terminkalender lässt dies aber nicht immer zu. Darum planen Sie die Hausaufgabenzeiten gemeinsam für eine Woche voraus und wählen Sie einen Zeitpunkt, der für Ihr Kind stimmt. Die einen Kinder arbeiten am besten gleich nach dem Mittag (zuerst die Arbeit und dann das Vergnügen), andere brauchen zuerst eine Pause und sind später leistungsfähiger. Es empfiehlt sich, die Aufgaben bis am frühen Abend beendet zu haben. Der Zeitpunkt sollte auch für die Eltern gut liegen. Trinken Sie also Ihren Kaffee zuerst fertig und machen auch Sie zuvor die nötige Pause. Legen Sie bereits gestresst los, wird die Hausaufgabensituation vermutlich suboptimal verlaufen.

Arbeitsplatz

Das Kind entscheidet sich für einen fixen Arbeitsplatz, an dem es täglich seine Aufgaben löst. Dies trägt zur Ritualbildung bei. Der Küchentisch ist nur dann sinnvoll, wenn das Kind da die nötige Ruhe findet und nicht durch äussere Einflüsse abgelenkt wird. Auch ist der Sinn und Zweck nicht der, dass die Eltern ständig daneben sitzen. Wird das Kinderzimmer als Arbeitsort gewählt, ist es dort wohl ruhig, die Ablenkungsgefahr aber grösser. Organisieren Sie sich so, dass für Comics, Handys, Computer, etc. während der Hausaufgabenzeit klare Regeln gelten.

Selbstständigkeit

Eltern dürfen ruhig die Verantwortung für das Erledigen der Hausaufgaben an das Kind abgeben. Machen Sie Ihrem Kind klar, dass es in der Schule aufmerksam ist und sich, wenn nötig, bei der Lehrperson Hilfe holt. So können die Hausaufgaben zuhause grösstenteils selbstständig erledigt werden. Halten Sie sich in der Nähe auf, ohne dauerhaft daneben zu sitzen. Die Hauptaufgabe für Sie als Eltern ist es, zu überprüfen, ob die Hausaufgaben erledigt wurden. Für konkrete Fragen, falls Ihr Kind ins Stocken gerät, dürfen Sie gerne hinzugezogen werden. Oftmals macht es zudem Sinn, wenn das Kind sich notiert, in welcher Reihenfolge es die Aufgaben abarbeiten will. Mit etwas Leichtem zu beginnen, ist in der Regel sinnvoll.

Hausaufgabendauer

Hausaufgaben sollten zeitlich begrenzt erledigt werden. Der Kanton Bern, zum Beispiel, schlägt im Lehrplan von 2011 vor:

1./2. Klasse: 1,5 Stunden pro Woche
3./4. Klasse: 2 Stunden pro Woche
5./6. Klasse: 3 Stunden pro Woche

Eine weitere gängige Faustregel ist:

Schuljahr x 10 = Minuten Hausaufgaben / Tag
(Beispiel: 4. Schuljahr x 10 = 40 min / Tag)

Werden diese Vorschläge regelmässig und deutlich überschritten, empfehlen wir Ihnen, mit der Lehrperson in Kontakt zu treten. In der Schule sorgfältig den Schulsack zu packen und diesen abends zuhause für den nächsten Tag wieder parat zu stellen, erspart ebenfalls viel Ärger und unnötigen Zeitverlust.

Grundsätzlich Eltern sein

Seien Sie für Ihr Kind einfach Mama und Papa. Ihr Kind schätzt es, wenn es von Ihnen in erster Linie motiviert und auch mal getröstet wird. Es liegt in seiner Natur, sein Bestes zu geben, wird jedes noch so kleine Lob aufsaugen und Ihnen zeigen wollen, dass Sie stolz sein können. Wenn die Familie zu stark unter der Hausaufgabensituation leidet, dann setzen Sie sich mit der Lehrperson in Verbindung. Gemeinsam finden Sie wirksame Lösungen.

Brauchen Sie zusätzliche Ideen? Teil 2 folgt!