10 Jahre Dybuster – Das Jubiläums-Symposium zum Thema „Grundlagen des Lernens“

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Mit dem Jubiläums-Symposium vom Samstag, 11.11.17, schliesst Dybuster den Kreis seiner Jubiläumsfeierlichkeiten mit einer Referatsreihe zum Thema „Grundlagen des Lernens“. Im Audimax der ETH Zürich sprechen Persönlichkeiten, die Dybuster von der Geburtsstunde bis zum heutigen Tag mitgeprägt haben. Ein Blick zurück auf die Höhepunkte der Veranstaltung.

Samstagmorgen, 10:00 Uhr, ETH Zürich: Der Dybuster CEO, Christian Vögeli, begrüsst die gut 300 anwesenden Gäste. Er freut sich besonders darüber, viele bekannte Gesichter zu sehen, die ihm in den letzten 10 Jahren auf dem Weg von Dybuster begegnet sind. Die aus der Neuropsychologie, Kinderpsychologie und Informatik kommenden Referenten der bevorstehenden Vortragsreihe sind nicht zufällig gewählt, sondern sind die Quintessenz, die hinter Dybuster steckt. Dybuster ist eine Lernplattform für Menschen mit Dyskalkulie und Legasthenie und basiert auf einer erfolgreichen und bewährten Kombination von Neuropsychologie und Informatik.

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Nun begrüsst Markus Gross, Professor an der ETH Zürich, Vizepräsident des Walt Disney Forschungslabors Zürich, Mitbegründer und ehemaliger Verwaltungsratspräsident von Dybuster, das Publikum – via Videobotschaft aus Los Angeles, USA. Seine Begrüssung ist zugleich ein Rückblick in die Geburtsstunden von Dybuster, aber auch ein Ausblick in die Zukunft der Lernprogramme:

Dybuster: Wie alles begann

Die Erfolgsgeschichte von Dybuster beginnt Ende der 90er Jahre, als bei Gross’ Sohn eine Lese- und Rechtschreibschwäche festgestellt wird. Zahlreiche erfolglose Therapien frustrieren den Vater derart, dass er eigenhändig – auf Basis der neuesten Forschungen – eine Lernplattform zu entwickeln beginnt. Die Kernidee des Programms besteht darin, im Gehirn nicht gut ausgeprägte Kanäle umzucodieren und die fehlenden Fähigkeiten über gut entwickelte Bahnen „einzuspeisen“. Markus Gross war wichtig, dass das Lernen unter Stimulation verschiedener Kanäle gleichzeitig stattfindet. So entwickelt er die heute noch zum Einsatz kommenden Dybuster-Codes Typologie, Farbe, Musik und Form. Aus dem stetig wachsenden 1-Mann-Projekt wird bald ein ETH-Forschungsprojekt, als Gross Christian Vögeli ins Boot holt. Im Jahr 2007 wird Dybuster gegründet und Orthograph veröffentlicht. Erste Studien zeigen die signifikante Verbesserung der Rechtschreibleistung von Kindern mit Lese- und Rechtschreibschwäche um 30%. Bald darauf folgt Calcularis – mit ähnlich verblüffenden Studienergebnissen in der Mathematik. Heute zählt die Lernplattform über 25’000 jährliche User und wird an gut 600 Deutschschweizer Schulen eingesetzt. Dybuster existiert in verschiedenen Sprachen und wird unter anderem in Deutschland, Italien, Frankreich, USA und Kanada eingesetzt. Auch an Zukunftsideen mangelt es Markus Gross und seinem Team nicht: In Zusammenarbeit mit dem Games Technology Center der ETH Zürich, arbeitet Dybuster an einer digitalen Storyworld, um die Benutzer noch vertiefter in die Lernsoftware einzubinden.

>> Zur Aufzeichnung: Die Dybuster-Geschichte direkt aus L.A.

Referat 1: Vom Hirn zum Lernen

Prof. Dr. Lutz Jäncke, Neuropsychologe (akademischer Partner von Dybuster)
Richtig Lernen – wie geht das? Diese grosse Frage beschäftigt Lutz Jäncke. Gleich zu Beginn erklärt er, dass das allgemein verbreitete Auswendiglernen zwar die Selbstdisziplin trainiert, darüber hinaus aber weitgehend nutzlos ist. Denn auswendig gelernte Informationen werden nicht langfristig im Gehirn abgespeichert. Viel wichtiger ist das Vernetzen und Verbinden der verschiedenen Kanäle – das multimodale Verknüpfen: Um etwas nachhaltig zu lernen, müssen verschiedene Informationen an unterschiedlichen Arealen im Gehirn gekoppelt und Zusammenhänge hergestellt werden. Damit kann das Gehirn ein grosses Netzwerk aufbauen. Dybuster setzt genau da an: Es ist ein multimodales Lernsystem, welches unterentwickelte Bereiche im Gehirn umgeht und stattdessen vielseitige, neue Verbindungen zwischen anderen Arealen aufbaut und Lernschwächen so behebt. Übrigens: Laut Jäncke ist mangelnde Begabung keine Entschuldigung dafür, etwas nicht zu lernen. Er vertritt die Ansicht, dass nebst grundlegenden genetischen Gegebenheiten wie Blutgruppe, Augen- oder Haarfarbe praktisch nichts Anlage, sondern von der Umwelt frei beeinflussbar sei.

>> Zur Aufzeichnung: Vom Hirn zum Lernen

>> Zur Aufzeichnung: Improvisationstheater I

Referat 2: „Angst essen Verstand auf“

Prof. Dr. med. Michael von Aster, Kinderpsychologe (akademischer Partner von Calcularis)
Michael von Aster zeigt in einem ersten Schritt auf, weshalb Kinder eine Matheangst entwickeln können. Ein bedeutender möglicher Faktor ist, dass Lehrpersonen oder Eltern mit ihrem eigenen schwierigen Verhältnis zur Mathematik Kinder negativ beeinflussen können. Hat sich die Blockade in Mathe einmal manifestiert, kann sich eine Negativspirale daraus entwickeln: Kinder sind mit den an sie gestellten Ansprüchen überfordert, meiden Zahlen, entwickeln anschliessend Unsicherheiten und Frust, was schliesslich noch schlechtere Leistungen zur Folge hat. Studien belegen sogar, dass die soziale Akzeptanz und Stellung eines Kindes innerhalb der Klasse, durch schlechte schulische Leistungen, negativ beeinträchtigt wird. Wie kommt ein Kind aus dieser Negativspirale heraus? Der erste Schritt ist, die Anforderungen seinen aktuellen Fähigkeiten anzupassen. Durch die neue Erfahrung, Aufgaben richtig lösen zu können, empfindet ein Kind Befriedigung, baut Selbstvertrauen auf, hat Spass, wird mit positiver Bestärkung belohnt und lernt schliesslich freiwillig. Genau so funktioniert Calcularis: Es holt das Kind an seinem individuellen Wissensstand ab und fördert ohne dabei zu überfordern. Von Aster schliesst seine Ausführungen mit dem essentiellen Hinweis ab, dass das frühe Erkennen einer Matheschwäche und das individualisierte Aufarbeiten dieser, einer Matheangst wirksam vorbeugt.

>> Zur Aufzeichnung: Angst essen Denken auf

>> Zur Aufzeichnung: Improvisationstheater II

Referat 3: Individualisieren dank künstlicher Intelligenz?

M. Sc. Severin Klingler, Informatiker ETH
Klingler erläutert, mit vielen Beispielen untermalt, dass die künstliche Intelligenz in naher Zukunft ein noch massgeschneiderteres Lernen ermöglicht. Sie erlaubt es, genauere Rückschlüsse auf Lernverhalten zu ziehen. Sie analysiert nicht nur das „Richtig“ oder „Falsch“ einer Antwort, sondern gleichzeitig die Art der Antwort, die dafür benötigte Zeit oder angewandte Such- und Problemlösestrategien. Die künstliche Intelligenz des Computers „versteht“ also wie der User denkt. Die daraus gewonnenen Verhaltensmuster können auf andere Benutzer angewendet werden. Dies heisst, dass mögliche Schwächen, wie beispielsweise eine Dyskalkulie, deutlich früher erkannt und somit eher individuell aufgearbeitet werden können. Die Dybuster-Anwender werden natürlich laufend über Fortschritte, Änderungen und den Einsatz solcher neuartigen Techniken der künstlichen Intelligenz informiert.

>> Zur Aufzeichnung: Individualisieren dank künstlicher Intelligenz?

Der Impro-Comedy „OhneWiederholung“ gelang es ausserdem hervorragen, die verschiedenen Referate des Vormittags auf äusserst spontane, humorvolle und lockere Art zu einem harmonischen Ganzen zu verbinden.

Das Statement von Christian Vögeli, CEO, zum Dybuster-Jubiläumsevent:
„Es war für mich ein sehr cooler Anlass. Ich wusste persönlich nicht im Detail, welche Themen die einzelnen Referenten auswählen und wie sie diese ausführen würden. Auch die Impro-Comedy, die uns durch den Vormittag begleitete, empfand ich als passend und begeisterte mich sehr.“

>> Zur Aufzeichnung: Fragerunde Publikum

Beim anschliessenden Apéro wurde noch so mancher Gedanke im freundschaftlichen Gespräch unter Teilnehmenden und Dybuster Mitarbeitenden ausgetauscht.

Herzlichen Dank für Ihr Interesse an Dybuster und das entgegengebrachte Vertrauen in uns!